5,6 Millionen Ukrainer befinden sich noch immer im Ausland. Wie viele von ihnen planen tatsächlich zurückzukehren?
Im Jahr 2026 leben 5,6 Millionen Ukrainer fern ihrer Heimat. Während die ältere Generation nach und nach in ihre Heimat zurückkehrt, baut sich die Jugend aus den Großstädten weiterhin ein Leben in Deutschland und Polen auf. Erfahren Sie, wie viele Flüchtlinge tatsächlich planen, in die Ukraine zurückzukehren
Der Krieg hat die demografische Karte der Ukraine grundlegend verändert. Im Januar 2026 waren noch immer 5,6 Millionen ukrainische Flüchtlinge fern ihrer Heimat. Das Zentrum für Wirtschaftsstrategie (CES) hat aktuelle Daten darüber veröffentlicht, wer diese Menschen sind, woher sie gekommen sind und vor allem, ob eine Tendenz zur Rückkehr in ihre Heimat zu erkennen ist.
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Ausmaß der Migration: Wie und wohin sind die Ukrainer ausgewandert?
Seit Beginn des umfassenden Krieges bis Ende 2025 hat die Differenz zwischen Ausreisen und Einreisen in die Ukraine Millionen von Menschen erfasst, die im Ausland geblieben sind. Die überwiegende Mehrheit von ihnen – 4 Millionen Menschen – sind über die westlichen Grenzen ausgewandert. Weitere rund 277.000 Ukrainer gelangten über die Russische Föderation oder Weißrussland in europäische Länder. Darüber hinaus wurden laut UN-Angaben rund 1,3 Millionen Menschen direkt in Russland und Weißrussland zu Flüchtlingen.
Porträt eines Flüchtlings: Junge Menschen wählen Europa, ältere Menschen kehren nach Hause zurück
Die Mehrheit der ukrainischen Flüchtlinge im Ausland sind derzeit Menschen im erwerbsfähigen Alter zwischen 18 und 65 Jahren – das sind 66 % aller Ausgewanderten. Betrachtet man die Geschlechts- und Altersstruktur, so bilden erwachsene Frauen die größte Gruppe (40 %), während fast ein Drittel (31 %) Kinder unter 18 Jahren sind. Interessanterweise ist der Anteil erwachsener Männer im Ausland im letzten Jahr leicht gestiegen – von 27 % auf 29 %.
Die wichtigste demografische Veränderung des Jahres war ein deutlicher Rückgang des Anteils der Flüchtlinge über 45 Jahre. Analysen bestätigen: Ältere Menschen neigen eher dazu, nach Hause zurückzukehren. Im Gegensatz dazu kehren junge Menschen unter 35 Jahren nicht so schnell in ihre Heimat zurück: Sie machen mehr als die Hälfte (56 %) aller Flüchtlinge aus.
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Woher sie gekommen sind und wo sie jetzt leben
Die Migration betraf in erster Linie große urbanisierte Regionen. Nur jeder zehnte Flüchtling kam aus einem Dorf. Die überwiegende Mehrheit (64 %) lebte vor dem Krieg in Großstädten und regionalen Zentren. Die meisten Menschen verließen die östlichen und südlichen Regionen (52 %) sowie Kiew und die Hauptstadtregion (24 %). Unter den einzelnen Städten liegen Kiew (20 %), Charkiw (11 %), Dnipro (7 %) und Odessa (6 %) an der Spitze.
Was die Aufnahmeländer betrifft, so bevorzugen die Ukrainer Deutschland (23 %) und Polen (19,5 %). Dabei hängt die Wahl des Landes weitgehend vom Alter ab. Deutschland ist für junge Menschen attraktiver: Dort haben sich 28 % aller Flüchtlinge unter 35 Jahren niedergelassen. Polen ist hingegen für Menschen mittleren Alters (35–49 Jahre) attraktiver geworden – fast ein Viertel dieser Altersgruppe lebt dort.
Wer wird zurückkehren?
Obwohl die vorliegenden Daten keinen genauen Prozentsatz der „Rückkehrwilligen” nennen, geben demografische Veränderungen eine klare Antwort. Die ältere Generation hat bereits den Weg nach Hause angetreten – ihre Präsenz im Ausland nimmt ab.
Bei jungen Menschen und Familien mit Kindern ist die Situation jedoch viel komplizierter. Sie integrieren sich aktiv, lernen und arbeiten in europäischen Ländern. Je länger diese Menschen im Ausland bleiben, desto stärker werden ihre Bindungen an ihren neuen Wohnort, was eine Rückkehr weniger wahrscheinlich macht und Ukraine vor eine große demografische Herausforderung für die Zukunft stellt.
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Zur Erinnerung! Der vorübergehende Schutz in Deutschland hat eine bestimmte Gültigkeitsdauer, und die Diskussion über seine Zukunft ist bereits auf offizieller Ebene angelaufen. Ukrainern wird geraten, die Entscheidung über ihren Status nicht aufzuschieben, da sich die Aufenthaltsbestimmungen nach 2027 ändern können. Informieren Sie sich, welche Legalisierungsmöglichkeiten es gibt und wie Sie sich im Voraus vorbereiten können, um Ihr Aufenthaltsrecht nicht zu verlieren.
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