Pflichtversicherung für Journalisten in der Ukraine: Gesetzliche Vorgaben für 2026
- Gesetzliche Vorgaben nach Artikel 7 und Gesetzentwurf Nr. 7367
- Anforderungen an Deckungssummen und Laufzeiten
- Wer nach ukrainischem Recht als Journalist gilt
- Geltungsbereich und Ausschlüsse
- Dokumente für den Grenzübertritt
- Folgen bei Nichteinhaltung der Vorgaben
- Vergleich der Anforderungen: Arbeitgeber und Freelancer
- Ablauf der Schadensregulierung und medizinische Evakuierung
- Aktualisierungen der Vorgaben für 2026
- Wie man eine Kriegsrisikoversicherung für Journalisten abschließt
Ausländische Medienschaffende, die eine Dienstreise in die Ukraine planen, müssen vorab eine spezielle Versicherung abschließen. Dies ist keine reine Formsache, sondern eine zwingende Voraussetzung für das Passieren der Staatsgrenze. Im Folgenden werden die aktuellen Rechtsnormen erläutert, die tatsächlichen Deckungssummen geklärt und Schritt für Schritt aufgezeigt, wie ein wirksamer Schutz gegen Kriegsrisiken noch vor der Abreise beantragt werden kann
Generell muss jeder ausländische Reporter während seines gesamten Aufenthalts in der Ukraine eine Krankenversicherung mit Abdeckung von Kriegsrisiken vorweisen. Das ukrainische Gesetz sieht hierfür eine Mindestgrenze von 100.000 Griwna vor. In der Praxis erweist sich jedoch eine Deckungssumme ab 30.000 Euro als der einzig verlässliche Schutz für die meisten Arbeitsaufträge. Die Beamten des Grenzschutzes prüfen diese Dokumente bei der Einreise sehr genau. Fehlt die entsprechende Klausel in der Police oder ist das Dokument abgelaufen, wird die Einreise umgehend verweigert.
Bereits im Mai 2024 verabschiedete die Werchowna Rada den Gesetzentwurf Nr. 7367, den Präsident Selenskyj später im Juni 2025 unterzeichnete. Dieses Dokument weitete die Pflichten von Arbeitgebern, die Personal in Krisengebiete entsenden, erheblich aus. Medienhäuser müssen nun Schutzausrüstung und Versicherung für alle Angestellten, die in Gebiete aktiver Konflikte reisen, auf eigene Kosten erwerben. Bei Freelancern verhält es sich anders: Wer ohne offizielle Medienagentur im Rücken reist, muss sich vor der Reise selbst um die Suche und Bezahlung der Police kümmern.
Dieses Thema lässt sich schnell über das Portal Visit Ukraine regeln. Der gesamte Vorgang dauert etwa 5 Minuten, und das fertige Dokument geht praktisch sofort per E-Mail ein.
Gesetzliche Vorgaben nach Artikel 7 und Gesetzentwurf Nr. 7367
Artikel 7 des ukrainischen Versicherungsgesetzes
Hier ist die Rechtslage eindeutig. Die spezielle Pflichtversicherung gegen Kriegsgefahren für ausländische Medienschaffende ist in Artikel 7 des einschlägigen Gesetzes verankert. Drei konkrete Gruppen fallen unter diese Regelung: professionelle Journalisten, Reporter und allgemein Vertreter jeglicher Massenmedien. Der Abschluss einer gewöhnlichen Reisekrankenversicherung reicht nicht aus. Standard-Policen greifen hier nicht, da sie Verletzungen oder Schäden durch Kriegshandlungen standardmäßig ausschließen.
Die Police muss eine explizite Klausel über die Entschädigung bei Beschuss, Explosionen oder Terrorakten enthalten. Erst dieses Detail macht aus einem einfachen medizinischen Dokument einen echten Schutz. Die Beamten des Grenzschutzes kontrollieren genau, ob die Versicherung den Anforderungen dieses Artikels entspricht, bevor sie den Stempel in den Pass setzen.
Gesetzentwurf Nr. 7367: Pflichten der Arbeitgeber in Konfliktzonen
Dieses Gesetz hat die Sicherheit derjenigen, die direkt von der Frontlinie berichten, erheblich gestärkt. Die Abgeordneten stimmten dem Entwurf Ende Mai 2024 zu, und er trat als Gesetz Nr. 11153 im Juni 2025 in Kraft. Die neuen Regeln schreiben Medienunternehmen vier verbindliche Schritte zum Schutz ihrer entsandten Mitarbeiter vor.
Unternehmen müssen Journalisten mit hochwertigen schussicheren Westen, Helmen und voll ausgestatteten militärischen Verbandskästen ausrüsten. Zudem übernimmt die Redaktion die Finanzierung von Policen für den Fall von Verletzungen während der Dreharbeiten oder der Materialrecherche. Die Mittel hierfür kann die Geschäftsleitung entweder aus dem eigenen Budget aufbringen oder über internationale Stipendien und externe Hilfe finanzieren.
Zudem haben die Gesetzgeber den Ansatz für Entschädigungen grundlegend geändert. Galt früher eine vage Staffelung von „bis zu 50 Existenzminima“, gibt es nun eine feste, garantierte Untergrenze von exakt 50 Existenzminima. Freie Autoren, die auf eigene Faust reisen, sind auf sich allein gestellt und erwerben diesen Schutz selbstständig noch in der Planungsphase.
Lesen Sie auch: Was deckt die Kriegsrisikoversicherung in der Ukraine nicht ab?
Anforderungen an Deckungssummen und Laufzeiten
Die endgültige Summe in der Police orientiert sich meist an der Art der Arbeit und der Aufenthaltsdauer im Land. Das Gesetz fordert mindestens 100.000 Griwna (das entspricht etwa 2.300 Euro). Die Realität des Jahres 2026 diktiert jedoch andere Zahlen — Experten raten dringend dazu, sich an 30.000 Euro zu orientieren, um unter allen Umständen abgesichert zu sein.
Die Grenze von 30.000 Euro deckt Notoperationen, Krankenhausaufenthalte, Rettungsdienste und — was am wichtigsten ist — die medizinische Evakuierung ab. Müsste man eine Evakuierung ohne Versicherung aus eigener Tasche organisieren, drohen Kosten zwischen 20.000 und 100.000 Dollar. Aufgrund solch extremen Summen ist eine passende Police schlichtweg lebensnotwendig.
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Die Police muss während der gesamten Dienstreise Tag für Tag gültig sein. Die militärische Akkreditierung durch die ukrainischen Streitkräfte wird derzeit für maximal ein Jahr erteilt, sodass Reporter längere Einsätze planen können. Für dauerhafte Aufenthalte oder regelmäßige Reisen eignen sich Jahresversicherungen am besten — das erspart den ständigen Neuabschluss vor jeder Einreise.
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Wer nach ukrainischem Recht als Journalist gilt
Die ukrainischen Gesetze fassen den Begriff des Medienvertreters sehr weit. Die Regeln betreffen keineswegs nur festangestellte Korrespondenten großer Fernsehsender oder Zeitungen. Unter den Schutz fallen Nachrichtensprecher, Fixer, Autoren regelmäßiger Analysen und sogar Blogger oder Meinungsführer, sofern sie ihre Inhalte auf den Plattformen registrierter Medien veröffentlichen.
Freie Autoren mit gültigem Presseausweis haben exakt dieselben Rechte und Pflichten wie festangestellte Mitarbeiter. Hierzu zählen auch Kameraleute, Tontechniker und Fotografen, die direkt vor Ort arbeiten. Das Gesetz macht keinerlei Unterschiede bezüglich der Vertragsart.
Freelancer müssen die Formalitäten selbst regeln, da das Medienunternehmen rechtlich nicht für sie haftet. Sie wenden sich direkt an die Versicherer. Dieses System stellt sicher, dass die unabhängige Presse im selben rechtlichen Rahmen agiert wie große Medienkonzerne.
Wenn ein ausländischer Journalist direkt an die Frontlinie reisen oder Seite an Seite mit militärischen Einheiten arbeiten möchte, ist eine digitale Akkreditierung durch die Streitkräfte der Ukraine erforderlich. Hierfür werden über ein spezielles Portal der Reisepass (mit ausreichender Gültigkeit), eine Kopie des Presseausweises und der Redaktionsauftrag hochgeladen. Von festangestellten Mitarbeitern wird meist zusätzlich ein offizielles Schreiben des Chefredakteurs sowie ein hochwertiges Foto für die Datenbank verlangt.
Wer ausschließlich in Städten des Hinterlandes arbeitet und keine Besuche bei militärischen Einheiten plant, benötigt diese Akkreditierung nicht. Für den Grenzübertritt genügt eine gewöhnliche Police mit Abdeckung nach Artikel 7.
Geltungsbereich und Ausschlüsse
Grundsätzlich gilt die Kriegsrisikoversicherung im gesamten Land. Sie können beruhigt nach Kiew oder Lemberg reisen sowie die zentralen oder westlichen Regionen besuchen. Der Schutz greift auch im tiefen Hinterland, da die Gefahr von Raketenangriffen oder Drohneneinschlägen flächendeckend besteht.
Es gibt jedoch eine klare Liste von Gebieten, in denen die Standard-Police nicht mehr greift:
Temporär besetzte Gebiete der Region Luhansk
Temporär besetzte Gebiete der Region Donezk
Temporär besetzte Gebiete der Region Cherson
Temporär besetzte Gebiete der Region Saporischschja
Autonome Republik Krim
Die unmittelbare Frontlinie (Gebiete aktiver Gefechte)
Natürlich reisen Journalisten dennoch an die Front oder in frisch befreite Städte. Genau hierfür greift die betriebliche Versicherung nach dem Gesetzentwurf Nr. 7367. Sie deckt die Krisengebiete abseits der Standardverträge ab. Dadurch können Redaktionen ihre Teams legal in Kampfzonen entsenden.
Die Sicherheitslage unterscheidet sich stark je nach Region. Der Großteil des Landes ist für Besuche durchaus zugänglich, sofern man den Luftalarm nicht ignoriert. Selbst weit entfernt von der Frontlinie besteht das Risiko, durch Trümmerteile abgefangener Raketen verletzt zu werden — solche Schäden übernimmt eine normale Reiseversicherung jedoch niemals.
Dokumente für den Grenzübertritt
An der Grenzkontrollstelle verlangen die Beamten zwingend ein bestimmtes Dokumentenpaket, das den erforderlichen Versicherungsschutz nachweist. Ohne diese Papiere wird die Einreise verweigert, unabhängig vom Herkunftsland oder einem vorhandenen Visum.
In der Ukraine haben digitale Policen exakt dieselbe Rechtskraft wie alte Papierformulare mit Stempeln. Es genügt, die PDF-Datei auf dem Smartphone-Bildschirm vorzuzeigen. Ein kleiner Tipp: Speichern Sie die Datei direkt im Speicher des Geräts ab. Das Internet an der Grenze ist oft instabil, und Cloud-Speicher laden im entscheidenden Moment unter Umständen nicht.
Folgen bei Nichteinhaltung der Vorgaben
Wer ohne den passenden Schutz gegen Kriegsrisiken an der Grenze erscheint, muss mit einer direkten Abweisung rechnen. Die Grenzbeamten schicken Reisende zurück, damit diese die richtige Police erwerben. Anschließend muss man sich erneut in die Warteschlange einreihen, was viel Zeit kostet und zusätzliche Gebühren für die Eilbestellung verursacht.
Die Einreise ohne Versicherung nach Artikel 7 ist ein direkter Verstoß gegen das ukrainische Recht. Neben einer abgebrochenen Dienstreise droht ein offizielles Einreiseverbot für die Zukunft. Zudem können die Behörden die Akkreditierung entziehen, wenn ein Journalist die Regeln für die Arbeit in Konfliktzonen missachtet — etwa durch das Filmen von Truppenbewegungen oder das Veröffentlichen von Einschlagstellen vor den offiziellen Meldungen.
Schließen Sie daher schon jetzt eine Police ab, die Artikel 7 vollständig erfüllt. Dies garantiert eine entspannte Einreise und finanziellen Schutz während der Arbeit.
Vergleich der Anforderungen: Arbeitgeber und Freelancer
Große Redaktionen und freie Autoren haben völlig unterschiedliche Verpflichtungen. Angestellte von Medienunternehmen reisen mit einem fertigen Paket in die Ukraine: Die Firma stellt ihnen die Policen und schussicheren Westen nach den Regeln des Gesetzes Nr. 7367 bereit. Die Verantwortung für die Sicherheit der Gruppe liegt beim Management, nicht beim Reporter selbst.
Die Redaktion bezahlt die Versicherung für die gesamte Dauer der Dienstreise komplett aus dem Firmenbudget oder über Partnerschafts-Stipendien. Das Gehalt oder die Spesen der Mitarbeiter werden hierfür nicht angetastet. Zudem händigt das Unternehmen Helme, zertifizierte Plattenträger und taktische Erste-Hilfe-Sets aus. Die Versicherung muss explizit Minen- und Explosionsverletzungen sowie die Folgen von Beschuss abdecken.
Unabhängige Journalisten finanzieren die Reise aus eigener Tasche. Sie suchen selbst nach Versicherern und zahlen die Police vor der Abreise. Für die Akkreditierung müssen Freelancer zudem Unterstützungsschreiben von Redaktionen einholen, mit denen sie kooperieren. Wichtig ist vor allem zu prüfen, ob die gekaufte Police für das Jahr 2026 ein Limit von mindestens 30.000 Euro aufweist.
Ablauf der Schadensregulierung und medizinische Evakuierung
Sollte etwas passieren, ist der Ablauf mit der Versicherung im Allgemeinen Standard, weist jedoch bei Kriegsverletzungen Besonderheiten auf. Die wichtigste Regel lautet: Bevor man einen Arzt aufsucht, muss die Hotline des Versicherers (diese ist rund um die Uhr erreichbar) kontaktiert und der Besuch abgestimmt werden. Sucht man ohne vorherige Absprache eigenmächtig ein Krankenhaus auf, kann die Gesellschaft die Zahlung komplett verweigern oder die Erstattungssumme stark kürzen.
Um die Auslagen zurückzuerhalten, müssen alle Unterlagen gesammelt werden: der Originalvertrag, detaillierte ärztliche Berichte mit der Diagnose sowie sämtliche Quittungen aus Apotheken. Wurde die Verletzung durch Kriegshandlungen verursacht, ist eine offizielle Bescheinigung der Polizei oder der Militärkommandantur über die Umstände des Beschusses zwingend erforderlich. Zudem verlangen die Versicherer meist eine persönliche Schilderung des Vorfalls.
Nach Angaben des Unternehmens UHC SafeTrip, das internationale medizinische Risiken analysiert, beginnen die Kosten für eine Evakuierung aus Krisengebieten derzeit bei 10 000 Dollar und können bis zu 250 000 Dollar betragen. Ohne eine gute Versicherung können solche Ausgaben einen freien Reporter ruinieren. Das empfohlene Limit von 30.000 Euro deckt genau diese Leistungen ab, ohne dass eigenes Geld aufgewendet werden muss.
Aktualisierungen der Vorgaben für 2026
Die ukrainischen Behörden haben offiziell bestätigt, dass die Pflicht zur Krankenversicherung für alle Ausländer für das gesamte Jahr 2026 bestehen bleibt. Die Dokumente werden an allen Straßengrenzübergängen, Fußgängerübergängen und Bahnhöfen kontrolliert. Ausnahmen aufgrund der Staatsangehörigkeit oder eines Visums gibt es nicht.
Die Basisgrenze für die Einreise ist nun eine Police über 30.000 Euro, die für den gesamten Zeitraum des Besuchs gilt. Das Dokument muss von einem in der Ukraine lizenzierten Unternehmen ausgestellt sein und eine gesonderte Spalte für Kriegsrisiken für die Presse enthalten. Dies ist ein deutlicher Schritt nach vorn im Vergleich zu den früheren Limits von 100.000 Griwna.
Diese Regeln wurden auf unbestimmte Zeit eingeführt, ein Enddatum gibt es nicht. Selbst wenn sich die Sicherheitslage in einer Region entspannt, wird die Versicherung weiterhin verlangt. Aktuelle Informationen über Änderungen der Regeln werden auf den offiziellen staatlichen Ressourcen der Ukraine veröffentlicht.
Lesen Sie auch: Versteckte Ausschlüsse in der Reiseversicherung für Konfliktzonen: Eine praktische Checkliste für die Ukraine und darüber hinaus
Wie man eine Kriegsrisikoversicherung für Journalisten abschließt
Der Abschluss der Police erfolgt online und dauert etwa 5 Minuten. Der Journalist wählt das passende Produkt: Armor 30.000 EUR für Kurzzeitreisen oder Armor+ Jahresschutz für einen längeren Aufenthalt. Zum Ausfüllen des Antrags werden Reisepassdaten, Staatsangehörigkeit, Reisedaten und die Laufzeit der Police benötigt.
Die Bezahlung erfolgt per Kreditkarte aus jedem Land ohne Einschränkungen. Die elektronische Police geht innerhalb von 5 Minuten nach Bestätigung der Transaktion per E-Mail ein. Der Schutz wird genau im Moment des ukrainischen Grenzübertritts aktiv, sofern der Kauf vorab getätigt wurde. Policen, die während eines bereits laufenden Aufenthalts in der Ukraine abgeschlossen werden, treten erst 24 Stunden nach der Zahlung in Kraft.
Achtung! Ausländer besuchen die Ukraine regelmäßig aus geschäftlichen Gründen. Ein erfolgreicher Grenzüberritt hängt von der genauen Einhaltung der geltenden Regeln ab. Überprüfen Sie vor der Abreise unbedingt die Gültigkeit der Dokumente, informieren Sie sich über aktuelle Zugverbindungen, klären Sie Visafragen und schließen Sie die obligatorische Versicherung für 2026 ab.
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