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Deutschland ist die größte Volkswirtschaft der Europäischen Union und gehört weltweit zu den führenden Ländern hinsichtlich des Wohlstands seiner Bevölkerung. Die Bundesrepublik Deutschland ist Mitglied der G7, der NATO und des Schengen-Raums und nimmt in internationalen Rankings zu Bildungsqualität, Gesundheitsversorgung und Infrastrukturentwicklung Spitzenplätze ein. Das Leben in Deutschland zieht Ukrainer durch eine stabile Wirtschaft, vielfältige Beschäftigungsmöglichkeiten und ein gut ausgebautes Sozialsystem an.


In diesem Artikel erklären wir, warum Ukrainer die Bundesrepublik Deutschland als Zielland wählen, welche Vor- und Nachteile das Leben in diesem Land hat, wie viel der Unterhalt einer Familie kostet, welche Wege der Einwanderung nach Deutschland es gibt und welche Städte von Migranten am häufigsten gewählt werden.



Warum entscheiden sich Ukraner für ein Leben in Deutschland?


Der Lebensstandard in Deutschland ist einer der höchsten in Europa. Laut Numbeo belegt das Land weltweit den 8. Platz in Bezug auf die Lebensqualität, während die Ukraine nur auf Platz 68 liegt. Das durchschnittliche Monatsgehalt beträgt 4.323 Euro, was den ukrainischen Wert um ein Vielfaches übersteigt. Dieser Unterschied ist ein gewichtiges Argument für diejenigen, die einen Umzug nach Deutschland als langfristigen Schritt in Betracht ziehen.


Deutschland ist für Ukrainer nicht nur aus finanzieller Sicht attraktiv. Der Staat gewährleistet ein hohes Maß an sozialer Sicherheit – laut dem Global Peace Index belegt die BRD Platz 15 unter 163 Ländern. Das Gesundheitswesen in Deutschland gilt als eines der besten in Europa: Rund 87 % der Bevölkerung sind durch die gesetzliche Krankenversicherung abgesichert, und die Kliniken sind mit modernster Technik ausgestattet. Auch das Bildungssystem gehört zu den zehn fortschrittlichsten der Welt, wobei das Studium an staatlichen Universitäten auch für Ausländer zugänglich ist.


Darüber hinaus unterstützt die Bundesregierung aktiv die Integration von Migranten: Es gibt Sprach- und Integrationskurse, und die Sozialdienste helfen bei der Wohnungssuche und der Arbeitsvermittlung. Die deutschen Gesetze schützen die Rechte ausländischer Arbeitnehmer genauso wie die der einheimischen Bürger, und die Pflichtversicherung sieht sogar Zahlungen im Falle eines Unfalls vor. Die ukrainische Diaspora, die fast vier Millionen Menschen umfasst, trägt ebenfalls zur Integration der Neuankömmlinge bei, indem sie informative und finanzielle Unterstützung leistet.



Nachteile des Lebens in Deutschland


Trotz zahlreicher Vorteile sollten auch die Nachteile des Lebens in Deutschland im Voraus bedacht werden. Eine der häufigsten Beschwerden ist das komplexe und verzweigte Steuersystem. Im Land gilt eine progressive Steuertabelle, bei der der maximale Einkommensteuersatz 45 % und der minimale 14 % beträgt. Zusätzlich werden vom Einkommen Beiträge zur Krankenversicherung (14,6 %), zur Rentenversicherung (18,7 %), zur Arbeitslosenversicherung (3 %) und zur Pflegeversicherung (2,55 %) abgezogen. Für Migranten, die an geringere Abzüge gewöhnt sind, ist dies ein spürbarer Schlag für das Budget.


Ein ernstes Problem sind die langen Wartezeiten bei Fachärzten: Manchmal muss man sich 3–4 Monate im Voraus für einen Termin anmelden. Eine ähnliche Situation besteht bei Plätzen in Kindergärten und bei Pflegediensten für ältere Menschen. Die Grundkrankenversicherung deckt keine zahnärztlichen Leistungen ab – diese müssen separat bezahlt werden.


Auch an die alltäglichen Gegebenheiten muss man sich erst gewöhnen. Öffentliche Verkehrsmittel und die Bahn sind deutlich teurer als die Fortbewegung mit dem eigenen Auto. Die Autobahnen sind zwar von hervorragender Qualität, werden jedoch häufig durch Baustellen mit kilometerlangen Umleitungen beeinträchtigt. Mobilfunk und Internet funktionieren in einzelnen Regionen unzuverlässig, und bargeldlose Zahlungen werden noch lange nicht überall akzeptiert. Ein Berufswechsel ist in Deutschland schwierig: Vorherige Erfahrungen und Leistungen werden beim Wechsel zu einem neuen Arbeitgeber oft nicht angerechnet, und man muss seine Karriere praktisch von Grund auf neu aufbauen. Die Freizeit an Wochentagen und Wochenenden verläuft eher zurückhaltend – ausgelassene Unterhaltung ist hier nicht üblich, und die Deutschen verbringen ihre Freizeit lieber im Familienkreis oder in Vereinen.



Wie teuer ist das Leben in Deutschland: Kosten für Wohnen, Lebensmittel und Verkehr


Die Lebenshaltungskosten in Deutschland hängen von der Stadt und dem Lebensstil ab, aber insgesamt belegt das Land bei diesem Indikator weltweit den 24. Platz – das heißt, es ist erschwinglicher als die Schweiz, Norwegen oder Österreich. Im Durchschnitt belaufen sich die Ausgaben pro Person auf etwa 977 Euro pro Monat, ohne Mietkosten. Eine zweiköpfige Familie gibt etwa 1.580 Euro aus, eine Familie mit Kind ab 2.250 Euro monatlich.


Der größte Ausgabenposten ist die Miete. Eine kleine Wohnung in einer Provinzstadt kann ab 300 Euro kosten, während in großen Metropolen die Miete für eine Drei- oder Vierzimmerwohnung 700 bis 1.000 Euro erreicht. Die durchschnittlichen Kosten für eine Einzimmerwohnung liegen landesweit zwischen 700 und 925 Euro, für eine Dreizimmerwohnung zwischen 1.300 und 1.720 Euro. Bei Einzug ist es üblich, eine Kaution in Höhe von 1–2 Monatsmieten zu hinterlegen. Die Nebenkosten belaufen sich auf etwa 4–5 Euro pro Quadratmeter, und in Berlin betragen die Kosten für Gas, Strom und Müllabfuhr für eine Zweizimmerwohnung etwa 200 Euro.


Lebensmittel sind in Deutschland moderat teuer, insbesondere in Discountern (Aldi, Lidl, Penny). Ein Grundpaket (Brot, Milch, Eier, Hähnchenfleisch, Obst und Gemüse) ist deutlich günstiger als in vielen anderen westeuropäischen Ländern. Essen in Cafés kostet zwischen 5 Euro für ein Frühstück und 20 Euro für ein Abendessen, in Restaurants zwischen 8 und 28 Euro.

Die Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln kostet im Durchschnitt 4 Euro pro Fahrt in eine Zone, günstiger ist jedoch eine Monatskarte, deren Preis von der Stadt abhängt.



Wie man nach Deutschland auswandert: Optionen für einen längeren Aufenthalt


Die Einwanderung nach Deutschland erfordert die Beantragung eines Visums, einer Aufenthaltsgenehmigung und später der Staatsbürgerschaft. Das Verfahren beginnt mit der Kontaktaufnahme bei der diplomatischen Vertretung der Bundesrepublik Deutschland im Aufenthaltsland, wo ein Antrag, der Reisepass, Fotos, Nachweise über die finanzielle Leistungsfähigkeit und eine Versicherungspolice eingereicht werden müssen. Die Konsulargebühr beträgt 75 Euro für Erwachsene und 37,5 Euro für Kinder. Nach der Einreise muss man sich an die Ausländerbehörde wenden, um eine befristete Aufenthaltserlaubnis zu beantragen, und nach fünf Jahren legalen Aufenthalts einen Antrag auf eine unbefristete Aufenthaltserlaubnis (Unbefristete Aufenthaltserlaubnis) stellen, der etwa 150 Euro kostet. Die deutsche Staatsbürgerschaft wird nach acht Jahren Aufenthalt unter der Voraussetzung von Sprachkenntnissen auf Niveau B1, dem Bestehen einer Einbürgerungsprüfung und der Abwesenheit von Vorstrafen erteilt.


Ein illegaler Aufenthalt in Deutschland hat schwerwiegende Folgen: Abschiebung, Einreiseverbot und Geldstrafen. Das unerlaubte Überschreiten der Grenze wird mit Freiheitsentzug von bis zu drei Jahren bestraft. Rechtsberatung bei der Einwanderung nach Deutschland hilft Ihnen, Fehler zu vermeiden und den optimalen Weg zur Legalisierung zu wählen. Im Folgenden betrachten wir die wichtigsten Gründe für einen langfristigen Aufenthalt.


Beschäftigung in Deutschland


Eine Aufenthaltserlaubnis auf dieser Grundlage wird bei Vorliegen eines Arbeitsvertrags mit einem lokalen Arbeitgeber erteilt. Für bestimmte Berufe (Ärzte, Pädagogen) ist zusätzlich eine Zulassung oder Lizenz erforderlich. Die befristete Aufenthaltserlaubnis wird für eine Dauer von bis zu 3 Jahren ausgestellt, mit der Möglichkeit einer Verlängerung um weitere 2 Jahre. Der Mindestlohn in Deutschland liegt bei 8,84 Euro pro Stunde, doch Fachkräfte mit Berufserfahrung und Sprachkenntnissen verdienen deutlich mehr: von 2.560 Euro für Beschäftigte im Einzelhandel bis zu 7.210 Euro für Ärzte.


Ukrainer, die keine Qualifikation besitzen und die Sprache nicht beherrschen, können mit Stellen in der Logistik, in der Produktion oder im Dienstleistungsbereich mit einem Gehalt von 1.800 bis 2.200 Euro rechnen. Für den Zugang zum qualifizierten Arbeitsmarkt sind Deutschkenntnisse mindestens auf dem Niveau B1–B2 erforderlich, und für reglementierte Berufe ist eine Anerkennung des Abschlusses (das Verfahren dauert etwa 3 Monate) notwendig.


EU-Blue Card


Die EU-Blue Card ist eine spezielle Aufenthaltsgenehmigung für hochqualifizierte Fachkräfte. Um sie zu erhalten, muss man eine entsprechende Ausbildung und/oder Berufserfahrung in dem gefragten Fachgebiet nachweisen. Das Dokument wird für 4 Jahre oder für die Dauer des Arbeitsvertrags ausgestellt. Der Vorteil dieses Status besteht darin, dass man bereits nach 21 Monaten Arbeit eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung beantragen kann, sofern ausreichende Deutschkenntnisse vorliegen.


Ein weiterer Vorteil ist die Möglichkeit, mit der Familie nach Deutschland zu ziehen: Familienangehörige des Inhabers einer Blauen Karte haben das Recht auf Umzug und sofortige Beschäftigung ohne gesonderte Arbeitserlaubnis. Dies macht das Programm zu einem der attraktivsten für qualifizierte Fachkräfte aus der Ukraine.


Studium in Deutschland


Eine Aufenthaltserlaubnis zu Studienzwecken wird auf der Grundlage der Immatrikulation an einer Bildungseinrichtung in der Bundesrepublik Deutschland erteilt. Die befristete Aufenthaltserlaubnis gilt bis zum Abschluss des Studiums und wird zunächst für ein Jahr ausgestellt, mit der Möglichkeit einer Verlängerung. Nach dem Abschluss erhält der Studierende eine befristete Aufenthaltserlaubnis (für 18 Monate) zur Arbeitssuche, die nach der Einstellung durch eine entsprechende Arbeitserlaubnis ersetzt werden muss.


Das Studium an staatlichen Universitäten in Deutschland ist überwiegend kostenlos, was die finanzielle Belastung für Migranten erheblich verringert. Studienbewerber aus der Ukraine legen Aufnahmeprüfungen ab und beantragen eine Aufenthaltserlaubnis zu Studienzwecken. Diese Grundlage ermöglicht es ihnen nicht nur, einen europäischen Abschluss zu erwerben, sondern auch im Land zu bleiben, um eine Karriere aufzubauen.


Unternehmertum in Deutschland


Eine Aufenthaltserlaubnis für Selbstständige wird für bis zu 3 Jahre erteilt, sofern ein Geschäftsplan und nachgewiesene finanzielle Mittel vorliegen. Bei der Prüfung des Antrags werden der potenzielle Einfluss des Unternehmens auf die deutsche Wirtschaft sowie die bisherigen Leistungen des Antragstellers berücksichtigt. Eine unbefristete Aufenthaltserlaubnis kann bereits nach 3 Jahren beantragt werden, sofern das Unternehmen erfolgreich geführt wird und ein ausreichendes Einkommen erzielt.


Ähnliche Bedingungen gelten für Freiberufler. Die deutsche Regierung fördert das Unternehmertum durch Steuererleichterungen und Kreditprogramme. Die Gründung eines eigenen Unternehmens ist einer der Wege zur Einwanderung für diejenigen, die über Erfahrung in der Unternehmensführung verfügen und bereit sind, diese an die Anforderungen des deutschen Marktes anzupassen.


Familienzusammenführung in Deutschland


Die Familienzusammenführung ist nach wie vor eine der gängigsten Möglichkeiten, legal mit der Familie nach Deutschland zu ziehen. Nach dem Umzug und der Anmeldung erhalten die nachgezogenen Familienangehörigen das Recht auf eine Beschäftigung. Die Gültigkeitsdauer der Aufenthaltserlaubnis für Familienangehörige von Aufenthaltsberechtigten ist nicht länger als die des Sponsors, während sie für Verwandte von deutschen Staatsangehörigen bis zu 3 Jahre beträgt; danach besteht die Möglichkeit, einen Antrag auf eine unbefristete Aufenthaltserlaubnis zu stellen.


Vorübergehender Schutz für Ukrainer in Deutschland


Ukrainische Staatsbürger, die sich am 24.02.2022 im Land aufgehalten haben, können in Deutschland vorübergehenden Schutz erhalten, wobei hierfür kein Visum erforderlich ist. Das Verfahren ist recht einfach: Anmeldung bei einer Erstaufnahmeeinrichtung, Erhalt einer Ankunftsbescheinigung und Antragstellung auf Schutzstatus. Zusammen mit dem Status erhält die Person eine Aufenthaltserlaubnis, die Möglichkeit zu arbeiten, zu studieren und Sozialleistungen zu beantragen, insbesondere eine Wohnkostenbeihilfe.


Hier gibt es jedoch einen wesentlichen Unterschied. Vorübergehender Schutz ist genau das – ein vorübergehender Status, der die Rückkehr in die Ukraine nach Beendigung des Kriegszustands vorsieht.

Auf dieser Grundlage ist es bislang nicht möglich, eine dauerhafte Aufenthaltserlaubnis oder die Staatsbürgerschaft zu beantragen. Genau deshalb versuchen viele Ukrainer, die ihre Zukunft in Deutschland sehen, auf eine andere Aufenthaltsgrundlage umzusteigen – durch eine Beschäftigung, die Aufnahme eines Studiums oder die Gründung eines Unternehmens.



Die beliebtesten Städte für einen Umzug nach Deutschland


Die Wahl der Stadt ist eine Frage, die nicht weniger wichtig ist als die Wahl des Aufenthaltsgrundes. Der Arbeitsmarkt, das Lohnniveau und die Lebenshaltungskosten unterscheiden sich in den verschiedenen Regionen Deutschlands erheblich. Die größten ukrainischen Gemeinschaften haben sich heute in Berlin, Hamburg, Düsseldorf, Stuttgart und Dresden gebildet. Was die Lebensqualität für Ausländer angeht, stechen München und Düsseldorf besonders hervor – hier funktioniert der Nahverkehr wie am Schnürchen und das kulturelle Umfeld ist vielfältig.


Allerdings gehören München, Hamburg und Stuttgart zu den teuersten Städten des Landes. Im Vergleich dazu wirkt Berlin erschwinglicher. Unter den Städten mit moderaten Lebenshaltungskosten entscheiden sich Migranten häufig für:


  • Köln – ein bedeutendes kulturelles und wirtschaftliches Zentrum, in dem die Wohnkosten niedriger sind als in der Hauptstadt und es genügend offene Stellen gibt;
  • Leipzig – eine Stadt mit niedrigen Mieten, die sich wirtschaftlich aktiv entwickelt;
  • Dresden – hier hat sich bereits eine große ukrainische Gemeinschaft gebildet, und die Lebenshaltungskosten bleiben moderat;
  • Aachen – dank des universitären Umfelds und erschwinglicher Wohnmöglichkeiten eine gute Wahl für Studierende;
  • Frankfurt am Main – die Finanzhauptstadt Deutschlands, wo hohe Gehälter die höheren Lebenshaltungskosten ausgleichen können.


Die Auswanderung nach Deutschland erfordert Zeit für die Vorbereitung, aber die Legalisierungsverfahren sind hier transparent und das Unterstützungssystem für Migranten gehört zu den am besten entwickelten in Europa. Wie man mit minimalen Risiken nach Deutschland auswandert, hängt in erster Linie vom gewählten Grund, den Sprachkenntnissen und der Bereitschaft ab, nach den örtlichen Regeln zu leben.

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