Ukrainer in Polen benötigen ab 2026 Arbeitserlaubnisse: Was wird sich ändern und was ist zu erwarten
Polen bereitet sich darauf vor, die Regeln für die Beschäftigung von Ausländern zu ändern und die Sonderprivilegien für Ukrainer abzuschaffen. Erfahren Sie, welche Arbeitserlaubnisse ab 2026 erforderlich sein werden, wer von der Übergangszeit betroffen sein wird und welche Strafen bei Verstößen verhängt werden.
Polen bereitet eine umfassende Überarbeitung der Vorschriften für die Beschäftigung von Ausländern vor. Wenn die Gesetzesänderungen verabschiedet werden, können Ukrainer ab März 2026 nicht mehr allein auf der Grundlage besonderer Vorzugsregelungen arbeiten – für eine legale Beschäftigung sind dann Arbeitsgenehmigungen oder Arbeitsbescheinigungen erforderlich. Dies wurde von inpoland berichtet.
Ende der Sonderregelungen für Ukrainer
Nach fast vier Jahren Sonderregelungen für ukrainische Staatsbürger planen die polnischen Behörden die Einführung einheitlicher Beschäftigungsregeln für alle Ausländer. Die Regierung begründet diesen Schritt mit der Notwendigkeit, die Bedingungen für den Zugang zum Arbeitsmarkt, zu Sozialleistungen und medizinischen Dienstleistungen zu vereinheitlichen sowie die Belastung des Staatshaushalts zu verringern.
Auch der politische Kontext spielt eine Rolle: Der polnische Präsident Karol Nawrocki hat sich öffentlich gegen die privilegierte Behandlung bestimmter Gruppen von Ausländern, insbesondere von Ukrainern, ausgesprochen. Infolgedessen hat die Regierung Änderungen zur Vereinheitlichung der Regeln für legale Beschäftigung initiiert.
Welche Dokumente werden für die Arbeit benötigt
Nach den aktuellen Plänen benötigen Ukrainer ab März 2026 eine Arbeitsbescheinigung für Ausländer, um offiziell in Polen arbeiten zu können. Dieses Dokument wird zur Hauptgrundlage für eine legale Beschäftigung und ersetzt die derzeitigen vereinfachten Mechanismen.
Gleichzeitig sieht der Gesetzentwurf eine dreijährige Übergangsfrist vor, die am 5. März 2026 beginnt. Sie gilt für Ukrainer, die sich bereits auf der Grundlage anderer Genehmigungen (z. B. Aufenthaltsgenehmigungen oder Aufenthaltskarten) legal in Polen aufhalten. Das bedeutet, dass es keine plötzliche „Unterbrechung” des rechtlichen Status einiger Arbeitnehmer geben wird, sondern dass die neuen Regeln schrittweise für alle verbindlich werden.
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Warum diese Änderungen für Ukrainer von entscheidender Bedeutung sind
Das Ausmaß des Problems ist erheblich. Allein im Jahr 2025 reichten ukrainische Staatsbürger über 455.000 Anträge auf Aufenthaltsgenehmigungen in Polen ein. Gleichzeitig sind über 229.000 Fälle noch nicht geprüft worden, was für Hunderttausende Menschen Rechtsunsicherheit schafft.
Derzeit leben fast 1 Million Ukrainer mit PESEL-UKR-Status in Polen, von denen etwa 670.000 erwerbstätig sind. Mehr als 460.000 Ukrainer halten sich aus anderen rechtlichen Gründen im Land auf. Für all diese Menschen bedeutet die Änderung der Vorschriften, dass sie ihren Rechtsstatus und ihre Beschäftigungsbedingungen genau beobachten müssen.
In dieser Situation suchen immer mehr Ukrainer professionelle rechtliche Unterstützung. Insbesondere die Arbeitsrechtsanwälte von Visit Ukraine helfen dabei, zu verstehen, welche Art von Genehmigung in einem bestimmten Fall erforderlich ist, wie die Dokumente ordnungsgemäß auszufüllen sind und wie das Risiko eines Verlusts des Rechtsstatus vermieden werden kann.
Risiken für Arbeitnehmer und Arbeitgeber
Yulia Novitska, Expertin für die Legalisierung ausländischer Beschäftigung bei Grupa Progres, warnt davor, dass nach Inkrafttreten der neuen Vorschriften jede Abweichung von den Bedingungen der Genehmigung als Verstoß angesehen wird.
Dies gilt nicht nur für die Arbeit ohne Genehmigung, sondern auch für:
● den Wechsel der Position;
● die Änderung der Art des Arbeitsvertrags;
● die Änderung der Höhe des Gehalts;
● die Ausübung einer Tätigkeit, die nicht der in den Dokumenten angegebenen Fachrichtung entspricht.
Selbst formal geringfügige Verstöße können Sanktionen nach sich ziehen.
Geldstrafen und mögliche Sanktionen
Das polnische Recht sieht für jeden Arbeitnehmer eine Geldstrafe von 3.000 bis 50.000 PLN für die illegale Beschäftigung eines Ausländers vor. Erhält ein Arbeitgeber innerhalb von zwei Jahren zwei Geldstrafen, kann ihm die Einstellung von Ausländern vollständig untersagt werden.
Wir erinnern Sie daran! Polen erhöht die Ausgaben für Rentenzuschläge für ukrainische Staatsbürger, die im Land gearbeitet und gelebt haben. Lesen Sie, welche Ukrainer Anspruch auf eine Mindestrente in Polen haben, welche Bedingungen von der ZUS auferlegt werden und unter welchen Umständen die Zahlungen ausgesetzt werden können.
Foto: shutterstock
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