Ukrainer in der EU laufen Gefahr, ihren Status zu verlieren: 10 Fehler, die Sie beim Übergang vom vorübergehenden Schutz zu einer Aufenthaltsgenehmigung vermeiden sollten
Ukrainer in der EU sind beim Übergang vom vorübergehenden Schutz zu einer Aufenthaltsgenehmigung mit Risiken konfrontiert. Erfahren Sie, welche Fehler am häufigsten zu Verzögerungen oder zum Verlust des Status führen und wie Sie sich richtig auf die Änderung der Unterlagen vorbereiten können
Millionen Ukrainer in der Europäischen Union werden in den kommenden Jahren ihren Status ändern müssen – sie müssen von vorübergehendem Schutz zu einer vollwertigen Aufenthaltsgenehmigung übergehen. Und genau in dieser Phase verlieren viele nicht nur Zeit, sondern auch die Chance, legal im Land zu bleiben.
Nach Angaben des Hohen Flüchtlingskommissars der Vereinten Nationen befinden sich über 4 Millionen Ukrainer mit vorübergehendem Schutz in EU-Ländern. Die meisten von ihnen müssen ihren Status bis März 2027 ändern. Wie relocate.to berichtet, werden häufig Fehler in großem Umfang begangen – und diese haben oft schwerwiegende Folgen.
Warum ist es wichtig, die Änderung des Status nicht aufzuschieben?
Das Warten bis zur letzten Minute ist einer der häufigsten Fehler. Wenn die meisten Ukrainer erst kurz vor Ablauf der Frist mit der Einreichung ihrer Unterlagen beginnen, führt dies zu einer Überlastung der Systeme, zu Wartezeiten von 6–12 Monaten und dem Risiko, dass die Unterlagen nicht rechtzeitig bearbeitet werden können. Am besten beginnt man 6–9 Monate vor Ablauf des vorübergehenden Schutzes mit den Vorbereitungen.
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Die 10 häufigsten Fehler, die Ukrainer beim Übergang zu einer EU-Aufenthaltsgenehmigung machen
1. Warten bis zur letzten Minute. Durch das Aufschieben reihen Sie sich automatisch in die Warteschlange mit Tausenden anderen Antragstellern ein.
2. Veraltete Angaben in offiziellen Registern. Eine Änderung Ihrer Adresse, Ihres Arbeitsplatzes oder Ihres Familienstands ohne Aktualisierung der offiziellen Register unterbricht die Kontinuität des Aufenthalts. In einigen Ländern ist dies entscheidend – in Polen beispielsweise verlangt das CUKR eine Bestätigung von 365 Tagen ohne „Lücken“.
3. Unvollständiger Dokumentenbestand. Das Fehlen auch nur eines einzigen Dokuments kann zur Rücksendung oder Ablehnung des Antrags führen.
4. Umzug ohne Beendigung des bisherigen Aufenthaltsstatus. Ein Umzug in ein anderes EU-Land ohne Aufhebung des bisherigen Aufenthaltsstatus führt zu einem Rechtskonflikt und kann eine Ablehnung zur Folge haben.
5. Abhängigkeit von Sozialhilfe. Für die meisten Arten von Aufenthaltsgenehmigungen müssen Sie finanzielle Unabhängigkeit nachweisen. Wenn Ihr Haupteinkommen aus Sozialleistungen stammt, verringert dies Ihre Chancen auf eine positive Entscheidung.
6. Fehler bei Online-Anträgen. Systeme lehnen falsch ausgefüllte Formulare automatisch ab. Oft ohne Möglichkeit der Berufung.
7. Versäumte Antragsfristen. Viele Länder haben strenge Antragsfristen. Eine Frist zu verpassen bedeutet, auf den nächsten Zyklus zu warten – manchmal mehr als ein Jahr.
8. Fehlen eines Sprachzertifikats. Für eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung ist in vielen Ländern das Niveau B1 erforderlich. Ein Kurs allein, ohne die Prüfung zu bestehen, zählt nicht.
9. Komplexe Fälle auf eigene Faust einreichen. Rentner, Freiberufler, Unternehmer oder Familien mit unterschiedlichem Aufenthaltsstatus laufen ohne rechtliche Unterstützung ein hohes Risiko, abgelehnt zu werden.
10. Schwarzarbeit. Informelle Einkünfte werden bei der Bewerbung nicht berücksichtigt. Die meisten Programme verlangen einen nachgewiesenen Beschäftigungsverlauf und einen Nachweis über gezahlte Steuern.
In den meisten Fällen ist es wichtig, keine Risiken einzugehen: die Beratung durch einen Einwanderungsanwalt über Visit Ukraine hilft Ihnen dabei, Ihren Fall einzuschätzen, die Unterlagen ordnungsgemäß zusammenzustellen und kritische Fehler zu vermeiden, die Sie Ihren Status kosten könnten.
Was Sie jetzt tun sollten: eine Checkliste für Ukrainer in der EU
Um keine Zeit und keine Chancen zu verschwenden, sollten Sie jetzt handeln:
● Überprüfen Sie das Ablaufdatum Ihres vorübergehenden Schutzes;
● Aktualisieren Sie alle Ihre Angaben in den kommunalen Registern;
● stellen Sie einen vollständigen Satz an Dokumenten zusammen;
● bereiten Sie Einkommensnachweise für die letzten 1–2 Jahre vor;
● konsultieren Sie gegebenenfalls einen Anwalt oder eine NGO;
● melden Sie sich für Sprachkurse mit Zertifikat an.
Wer sich frühzeitig vorbereitet, hat viel bessere Chancen, einen Rechtsstatus ohne Verzögerungen oder Ablehnungen zu erhalten. Gleichzeitig kann schon ein einziger Fehler zu monatelangen Wartezeiten oder zum Verlust des Aufenthaltsrechts führen.
Wir erinnern Sie daran! Europäische Länder ändern schrittweise die Aufenthaltsbestimmungen für Ukrainer, insbesondere für Männer im wehrpflichtigen Alter. Einige Länder führen zusätzliche Kontrollen ein, verlangen einen Nachweis des Wehrstatus oder verweisen Antragsteller in komplexere Asylverfahren. Lesen Sie welche Länder die Legalisierungsanforderungen verschärfen und wen dies betreffen könnte.
Foto: alexkonon / Freepik
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