Die Ukraine und Deutschland werden ihr Doppelbesteuerungsabkommen erneuern: Was bedeutet das für Unternehmen und Arbeitnehmer?
Die Ukraine und Deutschland bereiten eine Neufassung des Doppelbesteuerungsabkommens vor, das die Geschäftstätigkeit vereinfachen, neue Investitionen anziehen und die Steuerregelungen verständlicher machen soll. Es wird erwartet, dass sich die neuen Bestimmungen auch positiv auf Ukrainer auswirken werden, die in Deutschland arbeiten oder unternehmerisch tätig sind. Erfahren Sie mehr darüber, welche Änderungen in Kürze in Kraft treten könnten und wen sie betreffen werden
Die Ukraine und Deutschland haben mit den Vorbereitungen für die Aktualisierung des Doppelbesteuerungsabkommens begonnen. Vertreter der deutschen Regierung haben am Vorabend des G7-Gipfels ihre Absicht bekundet, die geltenden Regelungen zu überarbeiten. Hauptziel der Änderungen ist es, steuerliche Hindernisse für Unternehmen zu beseitigen, die Rechtssicherheit zu erhöhen und günstigere Bedingungen für die Investitionszusammenarbeit zwischen den beiden Staaten zu schaffen.
Für die Ukraine ist dieses Thema im Kontext des wirtschaftlichen Wiederaufbaus nach dem Krieg und der Gewinnung von ausländischem Kapital von besonderer Bedeutung. Gleichzeitig kann das neue Abkommen Tausenden von Ukrainern, die in Deutschland arbeiten, investieren oder geschäftlich tätig sind, praktische Vorteile bringen.
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Was ist Doppelbesteuerung und warum entsteht sie?
Doppelbesteuerung entsteht, wenn dieselbe Person oder dasselbe Unternehmen Steuern auf ein und dasselbe Einkommen in zwei Ländern gleichzeitig zahlen muss. Am häufigsten tritt diese Situation bei internationaler Tätigkeit, bei der Ausübung von Geschäften im Ausland sowie beim Erhalt von Dividenden, Zinsen, Lizenzgebühren oder Kapitalerträgen auf.
Beispielsweise kann ein ukrainischer Staatsbürger in Deutschland arbeiten und dort sein Gehalt beziehen. Ohne spezielle internationale Abkommen bestünde das Risiko, dass dieses Einkommen sowohl in Deutschland, wo es erzielt wurde, als auch in der Ukraine, wo die Person steuerlich ansässig bleibt, besteuert wird.
Genau aus diesem Grund schließen die meisten Industrieländer untereinander Abkommen zur Vermeidung der Doppelbesteuerung. Solche Abkommen legen fest:
- Welches Land das Recht hat, eine bestimmte Einkommensart zu besteuern
- Wie bereits gezahlte Steuern angerechnet werden
- Welche Steuervergünstigungen zur Anwendung kommen können
- Wie Streitigkeiten zwischen den Steuerbehörden verschiedener Staaten beigelegt werden
Für internationale Unternehmen sind solche Abkommen nicht weniger wichtig als Handelsabkommen. Sie ermöglichen es Unternehmen, Investitionen zu planen, Vertretungen zu eröffnen und auf mehreren Märkten tätig zu sein, ohne das Risiko einer doppelten Steuerbelastung einzugehen.
Wir haben bereits berichtet,in welchen europäischen Ländern die Unternehmenssteuern im Jahr 2026 am höchsten sein werden.
Die Ukraine und Deutschland bereiten ein neues Steuerabkommen vor
Das deutsche Finanzministerium hat über die Vorbereitung eines aktualisierten Abkommens berichtet. Nach Angaben der deutschen Seite soll das neue Dokument die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen den Ländern stärken, mehr Rechtssicherheit für Unternehmen gewährleisten und günstige Bedingungen für Investitionen in den Wiederaufbau der Ukraine schaffen.
Der endgültige Text des Abkommens wurde noch nicht veröffentlicht, doch die internationale Praxis zeigt, dass Staaten bei der Aktualisierung solcher Dokumente in der Regel die aktuellen Anforderungen an Steuertransparenz, die digitale Wirtschaft und die Bekämpfung von Steuerhinterziehung berücksichtigen.
Zu den möglichen Bereichen der Modernisierung des Abkommens gehören:
- Aktualisierung der Regeln zur Bestimmung der Steueransässigkeit
- Präzisierung der Besteuerung von Dividenden, Zinsen und Lizenzgebühren
- Verbesserung der Mechanismen zum Austausch von Steuerinformationen
- Verstärkter Schutz von Investoren vor Doppelbesteuerung
- Harmonisierung einzelner Bestimmungen mit den aktuellen OECD-Standards
Besonders wichtig ist, dass die Aktualisierung des Abkommens in einer Zeit erfolgt, in der Deutschland nach wie vor einer der größten Handelspartner der Ukraine in Europa ist. Nach Angaben der deutschen Regierung spielt das Land zudem eine Schlüsselrolle bei der Finanzierung von Programmen zum Wiederaufbau der ukrainischen Wirtschaft, Infrastruktur und Industrie.
Für Unternehmen bedeutet dies mehr Planungssicherheit bei der Planung von Investitionsprojekten, und für Unternehmer ein geringeres Risiko, mit Doppelbesteuerung oder widersprüchlichen Auslegungen der Steuervorschriften in verschiedenen Rechtsordnungen konfrontiert zu werden. Gerade die Notwendigkeit, klare und verständliche Regeln für die Wirtschaft zu schaffen, wird auch vom deutschen Finanzministerium betont.
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Welche Vorteile ergeben sich für in Deutschland arbeitende Ukrainer?
In den letzten Jahren hat sich Deutschland zu einem der wichtigsten Wohn- und Arbeitsorte für Ukrainer entwickelt. Viele Bürger arbeiten im Rahmen von Arbeitsverträgen, sind unternehmerisch tätig, investieren oder beziehen Einkünfte gleichzeitig aus mehreren Quellen in verschiedenen Ländern. In solchen Situationen gewinnt die Frage der Besteuerung besondere Bedeutung.
Das aktualisierte Abkommen soll die Steuerregeln verständlicher und berechenbarer machen. Dies wird dazu beitragen, Situationen zu vermeiden, in denen eine Person unsicher ist, in welchem Land sie ihr Einkommen angeben und wo genau sie Steuern zahlen muss.
Für Ukrainer kann dies bedeuten:
- Geringeres Risiko der Doppelbesteuerung von Einkünften
- Klarere Regeln zur Bestimmung der Steueransässigkeit
- Vereinfachung des Nachweises bereits gezahlter Steuern
- Weniger bürokratischer Aufwand bei der Abgabe von Steuererklärungen
- Besserer Schutz der Rechte von Steuerzahlern bei Streitigkeiten zwischen den Steuerbehörden zweier Länder.
Besonders relevant ist diese Frage für Fachkräfte, die remote für internationale Unternehmen arbeiten, sowie für Unternehmer, Berater und Investoren. Mit der zunehmenden Verbreitung von Remote-Arbeit beziehen immer mehr Menschen Einkünfte von ausländischen Arbeitgebern oder sind gleichzeitig in mehreren Rechtsordnungen tätig, was nicht selten zu komplexen steuerlichen Fragen führt.
Darüber hinaus können transparentere Regeln den Arbeitsmarkt insgesamt positiv beeinflussen. Das deutsche Finanzministerium betont, dass das neue Abkommen die Entwicklung der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den Ländern fördern und unnötige Hindernisse für die Zusammenarbeit beseitigen wird. Dies wiederum kann die Schaffung neuer Arbeitsplätze und die Initiierung gemeinsamer ukrainisch-deutscher Projekte anregen.
Warum ist das Abkommen für den Wiederaufbau der ukrainischen Wirtschaft wichtig?
Nach Kriegsende wird die Ukraine Hunderte von Milliarden Dollar an Investitionen benötigen, um den Wohnungsbestand, die Verkehrsinfrastruktur, die Energiewirtschaft, die Industrie und soziale Einrichtungen wiederaufzubauen. In einer solchen Situation achtet die internationale Wirtschaft nicht nur auf das Marktpotenzial, sondern auch auf die Stabilität des rechtlichen und steuerlichen Umfelds.
Genau deshalb ist die Aktualisierung des Doppelbesteuerungsabkommens von strategischer Bedeutung. Für ausländische Investoren ist es wichtig, im Voraus zu wissen, wie genau ihre Einkünfte, Dividenden, Kreditzinsen oder Gewinne aus der Umsetzung von Investitionsprojekten besteuert werden.
Rechtlich klare Regeln bieten mehrere wichtige Vorteile:
- Sie stärken das Vertrauen internationaler Unternehmen in den ukrainischen Markt;
- Sie vereinfachen die Umsetzung langfristiger Investitionsprojekte;
- Sie verringern das Risiko der Doppelbesteuerung für Investoren;
- Sie verbessern die Bedingungen für die Finanzierung von Wiederaufbauprojekten;
- Sie fördern die Entwicklung der ukrainisch-deutschen Wirtschaftspartnerschaft.
Deutschland ist bereits heute einer der wichtigsten Partner der Ukraine im Bereich der finanziellen, humanitären und technischen Hilfe. Viele deutsche Unternehmen erwägen eine Beteiligung an künftigen Wiederaufbauprojekten, insbesondere in den Bereichen Energie, Bauwesen, Maschinenbau und Verkehr.
Genau aus diesem Grund betont die deutsche Regierung, dass das neue Steuerabkommen für mehr Rechtssicherheit sorgen und finanzielle Hindernisse für Investoren beseitigen soll. Dies könnte ein praktischer Schritt sein, um die deutsche Wirtschaft stärker in den Wiederaufbau der Ukraine und die Entwicklung der bilateralen wirtschaftlichen Zusammenarbeit einzubinden.
Wenn Sie die Gründung oder Verlagerung eines Unternehmens in Europa planen, ist es wichtig, nicht nur die Steuersätze zu berücksichtigen, sondern auch rechtliche Feinheiten, die sich auf Kosten und Risiken auswirken können. Die Wirtschaftsjuristen von Visit Ukraine helfen Ihnen bei der Auswahl der optimalen Gerichtsbarkeit, analysieren die Steuerbelastung, bereiten die erforderlichen Dokumente vor und begleiten den Prozess der Unternehmensregistrierung. Dank ihrer praktischen Erfahrung und ihrer Kenntnisse der europäischen Gesetzgebung können Sie Fehler vermeiden und Ihr Unternehmen schnell und ohne unnötige Risiken starten.
Die professionelle Unterstützung durch die Rechtsanwälte von Visit Ukraine hilft Ihnen, Risiken zu minimieren, bürokratische Hindernisse zu vermeiden und die für Ihr Unternehmen günstigste Gerichtsbarkeit zu wählen.
Zur Erinnerung! Die Tschechische Republik verschärft 2026 die Anforderungen für die „Blaue Karte“ für ausländische Fachkräfte. Erfahren Sie, welches Mindestgehalt erforderlich ist, wen die Änderungen betreffen und wie sich dies auf Ukrainer auswirken wird.
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