Eine neue Epidemie? Die WHO erkennt die Ernsthaftigkeit der Lage hinsichtlich der Ausbreitung von Ebola an
Das tödliche Virus kehrt zurück: Der Ausbruch des „Bundibugyo“-Stamms in Afrika droht zu einer globalen Krise auszuarten. Ein Mangel an Schutzausrüstung, Angriffe auf Krankenhäuser und knappe Haushaltsmittel erschweren die Eindämmung der Infektion in der Demokratischen Republik Kongo und in Uganda. Erfahren Sie, warum die WHO die Schwere der Lage anerkennt
Die Weltgemeinschaft sieht sich erneut mit einer ernsthaften Bedrohung im Gesundheitsbereich konfrontiert. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die Situation im Zusammenhang mit dem neuen Ebola-Ausbruch offiziell als Krisensituation eingestuft. Aufgrund fehlender Finanzmittel, der instabilen Lage in den Infektionsherden und logistischer Probleme fordert das Virus weiterhin Todesopfer und breitet sich über die ursprünglichen Verbreitungsgebiete hinaus aus.
Was ist das Ebola-Virus und wie wird es übertragen?
Die durch das Ebola-Virus verursachte Krankheit ist eine akute und äußerst schwere Virusinfektion, die häufig tödlich verläuft. Der aktuelle Ausbruch wird durch einen spezifischen Virusstamm verursacht, der den Namen „Bundibugio“ erhalten hat. Die Hauptgefahr dieser Krankheit liegt in ihrer hohen Ansteckungsgefahr bei direktem Kontakt und ihrem raschen Verlauf im menschlichen Körper.
Die Übertragung des Virus von Mensch zu Mensch erfolgt ausschließlich über Körperausscheidungen. Eine Ansteckung ist durch Kontakt mit Blut, Speichel, Schweiß oder Erbrochenem eines infizierten Patienten möglich. Aus diesem Grund sind Angehörige der Erkrankten und medizinisches Personal am stärksten gefährdet.
Erste Ebola-Symptome beim Menschen
Die Krankheit lässt sich in den frühen Stadien oft nur schwer erkennen, da ihr Beginn vielen anderen Virusinfektionen ähnelt. Die Inkubationszeit kann zwischen zwei Tagen und drei Wochen betragen. Die Krankheit beginnt mit dem plötzlichen Auftreten von hohem Fieber, ausgeprägter Muskelschwäche, Kopfschmerzen und Halsschmerzen.
Im Verlauf der Infektion kommt es bei den Patienten zu starkem Erbrechen und Durchfall, außerdem tritt ein Hautausschlag auf. In den schwersten Fällen befällt das Virus die inneren Organe (vor allem Leber und Nieren), woraufhin sowohl innere als auch äußere Blutungen auftreten. Jede Person, bei der der Verdacht auf diese Diagnose besteht, muss unverzüglich streng isoliert werden.
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Ebola-Ausbruch: Wo das Virus derzeit festgestellt wurde
Derzeit ist die Demokratische Republik Kongo (DR Kongo) das Epizentrum der Krise. Zunächst wurde die Infektion in der Provinz Ituri festgestellt, doch aufgrund der zu langsamen Diagnose in den ersten Tagen des Ausbruchs gelangte das Virus bereits über die Provinzgrenzen hinaus. Später wurden Infektionsfälle in den Provinzen Nord-Kivu und Süd-Kivu bestätigt, und schließlich überschritt die Krankheit die Staatsgrenze.
Nach den neuesten Daten der WHO wurden in der DR Kongo bereits 344 Infektionsfälle bestätigt, von denen 60 tödlich verliefen. Das Ausbruchsgebiet hat sich ausgeweitet: Im benachbarten Uganda wurden offiziell neun Krankheitsfälle und ein Todesfall bestätigt, außerdem wurde ein wahrscheinlicher Infektionsfall registriert.
Experten der WHO weisen darauf hin, dass gerade die zu Beginn der Epidemie verlorene Zeit der Hauptgrund für die rasante Ausbreitung des Virus war.
Erklärung der WHO: Warum die Lage kritisch ist
WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus erklärte offen, dass die internationale Gemeinschaft bislang hinter dem Tempo der Epidemie zurückbleibe. Seinen Worten zufolge habe der Ausbruch ernsthafte Ausmaße angenommen, doch unter der Führung der Regierung der DR Kongo gelinge es den Medizinern allmählich, den Rückstand aufzuholen.
Für eine wirksame Bekämpfung des Virus werden in den nächsten drei Monaten 115 Millionen Dollar benötigt, doch bislang haben die an der Krisenbewältigung beteiligten Stellen nur 35 % der erforderlichen Mittel erhalten.
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